Was wir machen

Richtiges Lesen und Schreiben ist in Deutschland eine wichtige Voraussetzung, um  an allen gesellschaftlichen Bereichen gleichberechtigt teilzuhaben, sich im Beruf zu qualifizieren oder weiterzubilden. Fahrkartenautomaten, Hinweisschilder, Bedienungsanleitungen, Beipackzettel – ohne ausreichende Lese- und Schreibkenntnisse wird der Alltag manchmal kompliziert.In Deutschland gibt es ca. 7,5 Millionen, in Baden-Württemberg allein ca. eine Million so genannter funktionaler Analphabeten. Dies sind Personen, deren individuelle Lese- und Schreibkenntnisse niedriger sind als die erforderlichen und als selbstverständlich vorausgesetzten Kenntnisse in einer Gesellschaft. Analphabetismus ist also kein Randphänomen der Gesellschaft.

Die Fachstelle koordiniert die Grundbildungs- und Alphabetisierungsarbeit im Land im Projekt „Alphabetisierung und Grundbildung als Weg zu Erfolg und Teilhabe in Beruf und Gesellschaft“ des Europäischen Sozialfonds (ESF). 11 Projektträger stellen gezielt Kurs- und Lerngebote bereit, um berufstätige Menschen mit nicht ausreichenden oder fehlenden Lese- und Schreibkompetenzen zu unterstützen. Ziel ist, zunächst die Zahl der Teilnehmenden als Nachfrager von Lernangeboten signifikant zu erhöhen, sodann zunehmende Lernerfolge zu sichern und dadurch schließlich die Zahl der Analphabeten insgesamt und vor allem der funktionalen Analphabeten unter den baden-württembergischen Erwerbstätigen zu reduzieren.

Auf individueller Ebene ergeben sich insbesondere für niedrigqualifiziert Tätige, von Arbeitslosigkeit bedrohte oder betroffene Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch die Maßnahmen der Grundbildung und Alphabetisierung neue Chancen auf dauerhafte Beschäftigung und berufliche Weiterentwicklung. Die Betriebe profitieren von der Anhebung des Kompetenzprofils der Beschäftigten.

Die Maßnahmen finden im Rahmen des operationellen Programms „Chancen fördern“ des ESF statt und haben das spezifische Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit von Erwerbstätigen und der mittelständischen Wirtschaft zu stärken.

Hauptaufgaben der Fachstelle

  • Beratung und Information der Projektträger
  • Aufbau und Pflege eines landesweiten Netzwerks der Projektträger
  • Bündelung von Informationen und Weiterleiten im Sinne einer Informationsdrehscheibe
  • Öffentlichkeitsarbeit zum Thema, zum Beispiel Einrichten und Pflege des Internetauftritts
  • Zusammenarbeit mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Komplex Bildung – Wirtschaft – Soziale Arbeit – Arbeitsverwaltung
  • Planung, Organisation und Durchführungen landesweiter Veranstaltungen zum Thema Kontaktpflege zu Einrichtungen mit gleicher oder ähnlicher  Aufgabenstellung aus anderen Bundesländern und nationalen Einrichtungen

Die Fachstelle steht bei allen Fragen rund um diesen Themenbereich zur Verfügung. Träger der Fachstelle ist der Volkshochschulverband Baden-Württemberg e.V. Die Fachstelle wird durch die Europäische Union (EU), den Europäischen Sozialfonds (ESF) und das Land Baden-Württemberg gefördert.